Brixental, Mai – Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 2
Im Zuge einer ausserordentlichen Lehrveranstaltung des Arteologischen Instituts der Freien Universität Izmir wurde im Jahr 2004 von Dr. Arkadasch Dag den Studierenden eine zeitnahe und praxisorientierte Aufarbeitung der Funde der Grabung Kitzbuehel angeboten. Diese Lehrveranstaltung umfasste neben dem üblichen arteologischen Fächerkanon zusätzliche Angebote, die teilweise erstmalig in diesem interdisziplinären Zusammenhang als eigenständige Vorlesungsreihe inklusive verbindlicher Übungen offerierten. So wurde neben den gängigen humanmedizinischen Analysen eine intensive Beforschung der umgebenden terrestrischen Strukturen unter Federführung der Universität für Bodenkultur in Ankara durchgeführt, Biomechanische Analysen unter der Leitung von Frau Prof. Heather Rosenblum (Universität Toronto) angefertigt, sowie verschiedene soziohistorische, komparative Studien im Bereich der sonstigen Geisteswissenschaften explizit mit einbezogen.
Der durch diese Zusammenarbeit ständig anwachsende Datenpool wurde zudem in einem Pilotprojekt vom MIT (USA) in allen Bereichen digital erfasst, beschlagwortet, katalogisiert und umgehend allen beteiligten Forschungseinrichtungen vollinhaltlich zur weiteren freien Verwendung zur Verfügung gestellt. Dadurch ist es tatsächlich gelungen dieses gesamte Projekt ausschliesslich entsprechenden wissenschaftlichen Parametern zuzuordnen und gleichzeitig damit die leider oftmals irritierenden kleingeistigen Provinzionalismen von politisch beeinflussten Bildungs-, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen zum grössten Teil aussen vor zu lassen.
Insbesondere für österreichische Universitäten bot somit diese Zusammenarbeit die Möglichkeit einer konstruktiven Teilhabe im Bereich der internationalen Forschungen und wissenschaftlichen Aufarbeitungen.
So hat gerade die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Karl-Franzens-Universität in Graz (Österreich) mit ihrer Studie „Die Arteologischen Expeditionen im Raum Nordtirol im Spannungsfeld zwischen ökonomischer Effizienz, monetärem Einsatz und wissenschaftlicher Ergebnisorientiertheit – eine Feldstudie“ (Zeitschrift für Ökonomie und Historie, 2004, Karl-Franzens-Universität Graz, Detlef von Ebelshausen [Hg.]) unter anderem sehr deutlich den Nutzen stringenter Vorabanalysen im Verein mit topografischen Begehungen vor Ort, wie sie in den späten 80er Jahren in einigen Tälern Nordtirols von Dr. Arkadassch Dag und seinem Team durchgeführt wurden, nachvollziehbar bewiesen. Auf Grund dieser Studie wurde noch während der laufenden Lehrveranstaltung für die Sommermonate des Jahres 2004 von Seiten der Studierenden angeregt neuerlich im Bereich zwischen der letzten Grabungsstätte in Kitzbuehel, entlang der jahrhundertealten Handelsroute durch das Brixental bis hin zur Marktgemeinde Wörgl (Inntal), wiederum eine derartige fussläufige Erkundung zu organisieren. Durch die kurzfristige Freisetzung finanzieller Mittel aus dem ausserordentlichen Haushalt der Freien Universität Izmir konnte diesem Ansuchen der Studierenden rasch und unbürokratisch Folge geleistet werden, sodass bereits im Juli 2004 Dr. Arkadasch Dag mit einem Team von 13 Studierenden für 4 Wochen nach Nordtirol reisen konnte um die entsprechenden Vorabanalyen im beschriebenen Geländeabschnitt durchzuführen.