Brixental, Mai - Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 3

Brixental, Mai – Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 3

Die fussläufige Erkundungswanderung durch das Brixental im Jahre 2004 wurde in den letzten Wochen des Sommersemesters 2003/2004 von den Studierenden und Mitarbeiterinnen des Arteologischen Instituts der Freien Universität Izmir sowohl inhaltlich als auch strukturell unter der Leitung von Dr. Arkadasch Dag organisiert. Dabei konnte auf wesentliche Grundlagendaten zurück gegriffen werden, die im Zuge der Ausgrabungen in Kitzbuehel bereits ausgewertet und beforscht wurden. Somit lag das Hauptaugenmerk auf der Auswertung und der komparativen Analyse aller zur Verfügung stehenden Quellen und Daten, um so bereits im Vorfeld eine Subsidiaritätsliste jener Geländeabschnitte zu erhalten, die dann entsprechend ihrer wahrscheinlichen Fundrelevanz einer eingehenderen Vor-Ort-Analyse unterzogen werden. Wichtig dabei ist eine vorbehaltlose und möglichst breit angelegte Sammlung von lokalen Mythen, Sagen und Märchen, die oftmals noch rein narrativ weitergegeben werden und lediglich einem kleinen Zuhörerkreis bekannt sind. Für diese Arbeit konnte das Institut für Germanistik der Universität Innsbruck gewonnen werden, die unter der organisatorischen Leitung unseres Polyglaciologen Mag. Peter Stolz die beiden letzten Wochen des Juni 2004 sowohl in schriftlich-methodischer Form, als auch in zahlreichen Interviews vor Ort mit der eingeborenen Bevölkerung ein durchaus stimmiges Gesamtbild der lokalen Mythen, Sagen und Mären erstellten. Sämtliche dieser Gespräche und schriftlichen Antworten wurden umgehend digitalisiert, in den wesentlichen Teilen ins Englische übersetzt und dem Erkundungsteam um Dr. Arkadasch Dag vollinhaltlich zur Verfügung gestellt.

Einschub (März 2010): In Weiterbearbeitung dieser Feldforschungen wurde im Jahr 2010 unter Leitung von Frau Prof. Dr. Hannelore Volnacek ein zweibändiges Kompendium „Die Sagen und Mythen des Brixentals – von ihren narrativen Ursprüngen bis zur Gegenwart“ im Verlag der Universitätsbibliothek Innsbruck herausgegeben.

Das gesamte Erkundungsteam um Dr. Arkadasch Dag bestand aus drei weiblichen und vier männlichen Doktorandinnen der Archäologie, zwei weiblichen und drei mänlichen Studierenden der Arteologie und dem Ethnologen Univ.Prof. Dr. Ernad Acankaya. Mit der Ankunft am Bahnhof Wörgl am 4.Juli 2004 stiessen der langjährige Aquarellieur und Expeditionsfotograf Herr Herwig Angerer und der Polyglaciologe Mag. Peter Stolz als einheimische Fachkräfte zum Team, um einerseits ihr Fachwissen mit ein zu bringen und anderseits bei der Kontaktierung der jeweiligen eingeborenen Bevölkerung des Brixentals die Kommunikation im Hinblick auf Gesprächsabläufe und Beachtung der spezifischen Sitten und Gebräuche zu erleichtern. Diese Vorgangsweise hatte sich auch schon bei den bisherigen Expeditionen im Raum Nordtirol bewährt. Zudem fungierten diese beiden Herren als Wanderführer, da sie sowohl über geeignete Rastplätze als auch entsprechende Örtlichkeiten zur Nahrungsaufnahme als auch der Beschaffung von zu ergänzenden oder fehlenden Ausrüstungsgegenständen genauestens Bescheid wussten.

brixental, erkundung 2004, dr. arkadasch, arteologieDer Ankunftstag diente einer ersten Bestandsaufnahme und einer detaillierten Aufarbeitung des geplanten Erkundungsweges, sowie einer genauen Inspektion der erforderlichen Ausrüstung, da das Gros der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich erstmalig fussläufig im zentralen alpinen Gelände aufhielt. Abschliessend erhielten sämtliche Mitglieder der Gruppe ein Handout in dem die ortsüblichen Begrüssungs- und Kommunikationsrituale – wie z.B. der Brauch des „Begrüssungsschnapses“ oder das Verhalten bei Bestellungen in Gasthäusern – dargelegt und erklärt wurden.