Brixental, Mai – Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 10
In der Gemeinde Hopfgarten verweilte das Erkundungsteam um Dr. Arkadasch Dag mit seinen 13 Studierenden für eine Woche. In dieser Zeit stiessen der Polyglaciologe Mag. Peter Stolz, der Fotograf und Aquarellist Herwig Angerer, sowie die Anthropologin Dr. Marga Sudanavesi zum Team um die ersten Ergebnisse dieser fussläufigen Vorabexpedition zu analysieren und fächer- sowie spartenübegreifend in einen arteologischen Gesamtkontext für eine spätere Expedition einzuarbeiten. Dabei wurden sowohl die oral überlieferten Sagen und Mythen, als auch die historisch vorhandenen Daten über alte Siedlungsformen und bevölkerungstechnische Wanderungsrelevanzen und die bisher bekannten und teilweise auch durch Forschungen belegte Fakten in einzelnen Arbeitsgruppen sortiert und katalogisiert um anschliessend gemäss ihrer Wertigkeit in ein arteologisches Raster eingetragen. Am dritten Abend wurde in einem angemieteten Saal eines lokalen Gasthofes eine öffentliche Informationsveranstaltung abgehalten, bei der neben den Berichten der bisherigen 7 Expeditionen im Raum Nordtirol die sich dem momentanen Status entsprechenden Forschungsperspektiven vorgestellt wurden. In kurzen Referaten ging dabei Mag. Peter Stolz auf die humanoiden Funde in Nordtirol ein, Frau Dr. Marga Sudanavesi referierte über ihre anthropologischen Schlussfolgerungen, Herr Herwig Angerer erläuterte mit Hilfe seines bildnerischen Materials die systemische Arbeitsweise einer arteologischen Expedition anhand der Ausgrabung im Pitztal und abschliessend betonte Dr. Arkadasch Dag den wertvollen Beitrag der jeweilig eingeborenen Bevölkerung vor Ort, wies explizit dabei auf die gesammelten Überlieferungen im Bezug auf die Ruine Engelsberg hin und bedankte sich bei allen Anwesenden für die freundliche Aufnahme und Unterstützung des Expeditionsteams. Den Vertretern der Medien wurde eine eigens von den Studierenden gefertigte CD mit den relevanten Daten der Expedition ausgehändigt, sowie entsprechendes Bildmaterial digital zur Verfügung gestellt. Das Schlusswort wurde vom Bezirkshauptmann des politischen Bezirks Kufstein gesprochen. Er betonte in seiner kurzen Rede neben dem wissenschaftlichen Interesse auch die in der Region verbleibende Wertschöpfung durch die Anstellung von einheimischen Arbeitskräften bei einer etwaigen späteren Ausgrabung und sprach von der möglichen touristischen Nutzung von Fundungen wie sie etwa im eigens geschaffenen Museumbereich in Matrei am Brenner dauerhaft ermöglicht wurde.
Das explorative Hauptaugenmerk wurde in der zweiten Wochenhälfte und darüber hinaus auf das Gebiet um die Ruine Engelsberg gelegt und den klammartigen Durchstich der Brixentaler Ache, die in diesem Bereich die Ausläufer der Kitzbueheler Alpen durchschneidet. Entlang dieser Klamm verläuft, folgend einem in alten Berichten beschriebenem Saumpfad, die heutige Brixentaler Strasse. Bei der dortigen Einmündung der Windauer Ache in die Brixentaler Ache wird dieser Talabschnitt durch eine Eisenbahnbrücke überspannt.
Zudem befindet sich im Zwickel der Einmündung ein Kleinkraftwerk, welches der Energieversorgung der Gemeinde Hopfgarten dient. Das gesamte Gelände weist einen Waldbestand aus, der überwiegend aus Fichten besteht und der forstwirtschaftlichen Nutzung zugeführt wird. Bereits auf der vorgelagerten Terrasse dieses Durchstichs befindet sich ein einzelnes Gehöft namens Hochleiten, das mittels eines einspurigen und geteerten Weges mit der Brixentaler Strasse im Norden und dem Weg nach Windau verbunden ist.