Brixental, Mai – Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 11
In dieser zweiten und dritten Woche der Voraberkundung im Jahr 2004 stellte sich eindeutig heraus, dass dieser Durchstich den die Brixentaler Ache hier im Bereich der Ausläufer der Kitzbueheler Alpen der arteologisch wohl interessanteste Punkt dieser Talschaft sein musste, da er nicht nur eine Engestelle im topografisch bedingten Sinn darstellt, sondern zudem auch eine strategische Bedeutung enthält, wie sie im Hinblick auf die historisch belegten Begebenheiten bereits durch die Ruine Engelsberg belegt wird.
Die letzten zehn Tage dieser Voraberkundung folgten fussläufig dem weiteren Talverlauf in Richtung Osten bis hin zum Zusammenschluss der Talschaften aus Kitzbueheler Ache und dem Brixental bei Gundhabing. Dabei wurde das Tal über die Plateausiedlung Westendorf erkundet, wobei, den alten Aufzeichnungen über den zumindest Jahrhunderte alten Saumweg folgend, nach Westendorf wieder der Talboden und die damit auch die Brixentaler Ache nach Norden hin überquert wurde um sodann von Westen kommend das gemeindegebiet der dörflichen Niederlassung Brixen im Thale arteologisch zu erkunden. Von da an führte die Wegstrecke in Richtung Kirchberg, schwenkte scharf nach Süden in ein kleines Seitental für einige hundert Meter ein, um sodann, abermals das Tal querend über Grundhabing und Münichau von Norden her abschliessend Kitzbuehel zu erreichen.
Die dabei kartierten, fotografierten und auch mit Luftbildern, die von der Zentralen Anstalt für Meteorologie (ZAM) der Republik Österreich dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt wurden, verglichenen und arteologisch interessanten Relevanzen ergaben jedoch bei genauerer Analyse nicht jene Anhaltspunkte, die einen dieser Plätze für eine Erstausgrabung prädestinierten, wobei festzuhalten bleibt, dass bei nachfolgenden und eingehenderen Beforschungen auch an diesen Stellen mit durchaus interessanten Fundungen eventuell gerechnet werden kann.
Es ist und bleibt eine der durchaus schwierigeren Herausforderungen jeglicher Forschung vor Ort, dass aus den unterschiedlichen Möglichkeiten jene auszuwählen ist, die sowohl von der Relevanz der erhofften Ergebnisse her, als auch von den zur Verfügung stehenden Mitteln den grösstmöglichen Erfolg verspricht.
Im darauffolgenden Herbst, sowie in den Jahren 2005 und 2006 kristallisierte sich in der eingehenden Nachbearbeitung dieser fussläufigen Voraberkundigung des Jahres 2004 eindeutig der Bereich des Durchstichs bei Hopfgarten als jene Stelle heraus, die vom rein arteologischen Standpunkt aus, die insgesamt erfolgsversprechende sein musste. Für das Wintersemester 2006/2007 reichte daher Dr. Arkadasch Dag beim Arteologischen Dekanat der Freien Universität Izmir den detaillierten Antrag auf eine Arteologische Expedition in Nordtirol im Raum Brixental mit dem Ausgrabungsschwerpunkt Hopfgarten ein, unterlegt mit einem Portfolio, einem geplanten Expeditionsverlauf und einer entsprechenden Kostenrechnung. Zudem gelang es Dr. Arkadasch Dag erstmalig für diese Expedition die Zusage der Europäischen Union für eine finanzielle Unterstützung aus dem Wissenschaftsfond zu erhalten, die sich in Summe auf 25.300,00 Euro belief, auszahlbar in zwei Raten zu je 12.650,00 Euro, wobei die erste Tranche mit Dezember 2006 überwiesen wurde und die zweite mit Abschluss der Expedition, spätestens aber mit 31. Dezember 2007 fällig wurde.
Diese Zusage fusste auf der erstmaligen direkten Zusammenarbeit mit dem im Jahr 2004 neugegründeten Institut für Arteologie an der Universitär Lissabon (Universidade de Lisboa), unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Magdalena di Eusobia. Im Zuge dieser Zusammenarbeit wurde vereinbart, dass eine Gruppe aus vier Studierenden unter der persönlichen Leitung von Frau Dr. Magdalena di Eusobia an der geplanten Expedition teilnehmen würden.