Brixental, Mai - Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 12

Brixental, Mai – Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 12

Im Herbst 2006 konnte mit dem Ministerium für Unterricht, Kunst und Wissenschaft der Republik Österreich, sowie dem Amt der Tiroler Landesregierung, Kulturabteilung, auf der einen Seite und dem Arteologischen Institut der Freien Universität, vertreten durch das Kulturministerium der Türkischen Republik der entsprechende Vertrag über eine „Arteologische Expedition im Brixental, Nordtirol, mit dem Grabungsschwerpunkt in der Gemeinde Hopfgarten, gültig für das Jahr 2007“ unterzeichnet und ratifiziert werden. Gleichzeitig starteten sowohl an der Freien Universität Izmir als auch an der Universität Lissabon die entsprechenden logistischen und organisatorischen Vorbereitungen für eine Grabungsexpedition in Hopfgarten in den Sommermonaten des Jahres 2007. Es wurde vereinbart, dass sämtliche materiellen Ressourcen, aufgrund der einschlägigen Erfahrungen der bisherigen Expeditionen in den Raum Nordtirol vom Arteologischen Institut der Freien Universität Izmir unter der Leitung von Dr. Arkadasch Dag ausgelobt, beschafft und vor Ort nach Hofgarten verbracht werden, während die theoretischen Unterlagen und theoretischen Grabungsansätze unter der Agenda von Frau Prof. Dr. Magdalena di Eusobia ausgearbeitet und abgestimmt wurden.

detailkarte, grabungsstelle, katte, 2007, brixental, dr. arkadasch, arteologieIm Juni 2007 erfolgte die Verbringung der Expeditionsausrüstung per LKW und Schiff über Istanbul, Ancona (Italien) nach Nordtirol, wo sie bereits von einem Vorabteam unter der Leitung von Herrn Herwig Angerer übernommen und nach Hopfgarten im Brixental weitergeleitet wurden, der bereits beim Gehöft Rauchleiten ein entsprechendes Gelände für die Errichtung des zentralen Containerlagers mittels Pachtvertrag angemietet hatte. Die Energieversorgung mit Elektrizität, Wasser- und Abwasserversorgung wurde vom Bauhof der Gemeinde Hopfgarten sichergestellt und entsprechend den einschlägigen Vorschriften installiert. Im Bereich des Zusammenflusses von Windauer Ache und Brixentaler Ache – gelegen am Fusspunkt des Durchstichs der Brixentaler Ache durch die Ausläufer der Kitzbueheler Alpen – wurde in direkter Nähe des Wasserlaufes die Sickersiebanlage errichtet, und eine Materialentnahmevorrichtung mittels eines Zugbaggersystems aufgebaut, die es ermöglichte rasch und unter Berücksichtigung der Verkehrssituation an dieser neuralgischen Engstelle das entsprechende Grabungsmaterial vorzusondieren und mittels Traktorfuhren – für die mit zwei einheimischen Bauern entsprechende Verträge unterzeichnet wurden – umgehend zum Containerlager in Rauchleiten zu verbringen. Mit den Besitzern und Bewirtschaftern des Gehöfts Rauchleiten konnte vereinbart werden, dass anfallendes Blindmaterial für eine Geländeaufschüttung entlang des nahegelegenen, südlichen Waldrandes verwendet wird und mit Abschluss der Expedition applaniert sowie einer entsprechenden Humusbeschichtung für allfällige landwirtschaftliche Nutzungen versehen wird. Dadurch konnten kurze Transportwege ohne gröbere verkehrstechnische Einschränkungen für den Fliessverkehr auf der Brixentaler Landesstrasse entsprechend den einschlägigen Vereinbarungen mit der Bezirkshauptmannschaft Kufstein und Kitzbuehel garantiert werden.

Die Grabungsleitstelle vor Ort konnte dank des Entgegenkommens der Kraftwerkbetreiber in der Garage und Werkstatt des Kleinkraftwerkes Haslach eingerichtet und am vorgelagerten Parkplatz für die Dauer der Grabung der Grabungscontainer für die Erstversorgung der Fundungen fix installiert werden. Zusätzlich erfolgte die entsprechende Stromversorgung gleichfalls über den Verteilerbereich des Kraftwerks.