Brixental, Mai – Oktober 2007, Ausgrabungsprotokoll 14/1
Die granitene Verschlussplatte wurde passgenau in einen im Muttergestein mittels Steinmetzarbeiten vorbereiteten Rahmen eingesetzt. Dieser Rahmen weist in seinen lediglich durch die Öffnung bedingten Bruchstücken beeinträchtigte Formgebung, eine durchgehende gleichmässige Falzbearbeitung auf allen vier Seiten auf, die äusserst sorgsam in das Muttergestein mittels Meiseltechnik und Nassschabungen getrieben wurden, um eine möglichst dauerhafte und überwiegend luftdichte Verbindung mit der abdeckenden Granitplatte zu bilden. Die Mörtelverbindung aus Lehm, Kalk und Potasche weist in sich eine mineralische Elastizität auf, die einerseits die unterschiedlichen Dehnungskoefizienten der Granitplatte mit den Gesteinen der Grauwackenzone sowohl im winterlichen Klima mit starken Frösten, als auch die sommerlich bedingten Wärmeausdehnungen im Normalfall auszugleichen vermag. Rissbildungen werden dabei durch die mineralische Struktur des Kalkes mittels Kieselbindung nachhaltig und gleichzeitig die Bindung stärkend ausgeglichen. Andererseits besitzt dieses spezielle Mischungsverhältnis aus Lehm, Kalk und Potasche hydrophobe Eigenschaften, die sowohl den Nischeninhalt, als auch das mörtelartige Befestigungsmaterial der Cult-objecte weitestgehend vor Korrosion oder gar dauerhafter Nässe schützten. Gleichwohl die Nische am steilen Nordabhang eines Ausläufers der Kitzbueheler Alpen liegt, dessen klammartiger Taleinschnitt durch die Brixentaler Ache geschaffen wurde, zeigte sich das Nischeninnere vollkommen trocken, selbst die wenigen inneren Verbruchbereiche weisen lediglich eine sandige Struktur auf, ohne nennenswerte Einschlüsse von Sickerwässern zu beinhalten. Der Nischenbereich wurde folglich bewusst ausgewählt und handwerklich dergestalt präpariert, um eine möglichst dauerhafte Unbeschadetheit dieser Kultnische zu gewährleisten.
Die granitene Verschlussplatte misst in ihrer Längsrichtung 43,50 cm, wobei lediglich Abweichungen im Millimeterbereich zwischen 0,5 und 1,70 mm auf die gesamte Länge feststellbar sind. Inwieweit diese Unregelmässigkeiten der Körnung des Gesteins oder aber den erosiven Witterungs- und Vegetationseinflüssen geschuldet werden. Lässt sich zurzeit nicht mit Sicherheit feststellen. Die Höhe dieser verschlussplatte beträgt 19,70 cm und zeigt lediglich auf der linken (von aussen betrachtet) Seite eine Unregelmässigkeit von plus 1,5 mm, die sich mittig und wellenförmig über sechseinhalb Zentimeter erstreckt. Die Dicke der Platte beträgt im Schnitt 5 cm.
Der Falz der Nische wurde auf eine Tiefe von 6,30 cm ausgeführt, um das entsprechende Mörtelbett für die Verschlussverklebung aufnehmen zu können und gleichzeitig jene Dehnungsfuge zu bilden, die für eine derartig dauerhafte Verbindung notwendig ist.
Die Tiefe der Nische beträgt im Mittel 21,00 cm und verjüngt sich bis zur Rückwand auf eine endgültige Nischenbreite von 32,30 cm und bildet somit die Form eines Guckkastens, einer perspektivischen Kleinbühne, die in ihrer Gesamtoptik optimal den Triptychon aus drei Cult-objecten optisch zur Geltung bringt.
Die Wandgestaltung erfolgte entsprechend den natürlichen Vorgaben des Muttergesteins, wobei kleinräumige Verwerfungen und Schichtungen geschickt in die Gesamtausführung implementiert wurden.
Der relativ hohe handwerkliche Standard dieser Steinmetzarbeiten findet seine Entsprechung in der Ausgestaltung des Triptychons.