Inntal, Juni – August 1982, Ausgrabungsprotokoll 10
Nicht nur die Anzahl dieser ersten Fundstücke, sondern vielmehr noch das horizontale Streuungsverhalten dieser Artefakte impliziert die Schlussfolgerung, dass es sich hierbei nicht um versehentlich verworfene Alltags- oder auch Kultgegenstände handelt, sondern um eine mit Absicht zur realen Verwendung vorgesehene Ablagestelle für manipulative Verwendungen zumindest eines gewissen Teiles dieser Fundstücke.
Aus dem Muster der Liegestellen ergibt sich eine Systematik, aus der die gegenseitige Verwend- und Nutzbarkeit dieser Funde bereits primär ablesbar ist.
Es handelt sich insgesamt bei diesem Fund um vier Objekte.
Objekt 1: Ringartiger Flachmetallreifen, der sich in einem verjüngenden Rundhalsstück in einem hölzernen, stielartigen Handgriff einfügt.
Objekt 2: Münzgroßes, kreisrundes Flachmetallstück mit kleinzackiger Aufrandung, wobei der damit umschlossene Boden anorganisch beschichtet ist.
Objekt 3: Rechteckiges, innen offenes Flachmetallstück, mit metallener Verhalsung in ein dunkles (schwarzes?) Handgriffstück aus anorganischem Material eingelassen. Zudem weist dieses Artefakt Schriftzeichen auf.
Objekt 4: Helles, münzgroßes, kreisrundes Flachmetallstück, mit kleinzackiger Aufrandung, inseitigem, anorganisch beschichtetem Boden und außenseitiger, symbolistischer Beschriftung.
Ad Objekt 1:
Die Gesamtlänge dieses Objektes beträgt 14,10 cm, wobei hier die Länge des hölzernen Griffstückes sich mit 8,85 cm niederschlägt. Der Durchmesser dieses hölzernen Griffstückes beträgt 1,70 cm. Die Endkanten sind gebrochen und abgerundet. Laboranalysen belegen zweifelsfrei, dass es sich bei diesem Holz um heimische Esche (Fraxinus excelsior) handelt, astfrei und mit schleifmittelartigem Werkzeug behandelt. Ob dieses Griffstück eingefärbelt wurde, lässt sich trotz detaillierter Laboranalysen nicht einwandfrei nachweisen, da die Holzoberfläche mit den humusalen Enzymstrukturen der umgebenden Erdschichtung mittelstark reagiert hat. Bei der Verbindung des Ringmetallstücks mit dem hölzernen Griff handelt es sich um eine reine Steckverbindung.
Das flache, 0,25 cm dicke Ringmetallstück ist eine oval-ellipsoide, scheibenartige Vorrichtung, deren innen aufgenuteter oberer und unterer Rand (sh. Abbildung) sich klauenartig in Objekt 2 und Objekt 4 einpassen lässt. Diese Erkenntnis stützt sich auf die in Objekt 2 und Objekt 4 vorgefundenen Einkerbungen in der Mitte der metallenen Grundscheibe und in der Aufgebogenheit einzelner Zackungen, welche nahezu im rechten Winkel zur mittleren Einkerbung vorzufinden sind.
Das Ringmetallstück als Ganzes ist 5,25 cm lang (wobei hier der Längenanteil der im Holz befindlichen Steckverbindung außer Ansatz bleibt) und weist eine Breite von 4,35 cm auf. Der Innenabstand (der sich für die eigentliche Verwendbarkeit dieses Artefakts als entscheidend heraus gestellt hat) zwischen den beiden Nutungen beträgt 1,70 cm. Der Innendurchmesser wurde mit 2,70 cm ausgemessen.
Das Halsstück selbst ist gerundet und birgt in sich laut röntgenologischer Bildsequenz den klingenartigen Bolzen der Steckverbindung.
Objekt 3 kann von seiner Funktionalität direkt als nahezu in seiner Funktionalität identes Artefakt betrachtet werden, gleichwohl eine genaue Analyse des anorganischen und flachen Griffstückes vielversprechend scheint – vor allem in Bezug auf eine logische Verknüpfung zur Anwendung mit den Objekten 2 und 4.