Inntal, Juni – August 1982, Ausgrabungsprotokoll 11

Inntal, Juni – August 1982, Ausgrabungsprotokoll 11

Ad Objekt 4:

In der Teambesprechung hat sich das Team „Inntal“ einstimmig darauf geeinigt, im laufenden, chronologischen Ausgrabungsprotokoll, von diesem ersten Fund lediglich die Objekte 1 und 4 einer ersten genaueren Beschreibung zu unterziehen, da die Objekte 2 und 3 aus ihrer gestalteten Ähnlichkeit heraus, sowohl in der Beschreibung als auch in der daraus resultierenden arteologischen Kontextualisierung eine derartige Gleichfunktionalität aufweisen, dass sowohl die Beschreibung als auch die interaktionelle Beziehung der Fundstücke zueinander zu einem späteren, rein der wissenschaftlichen Fundaufarbeitung gewidmeten Zeitpunkt erfolgen kann.

Gleichwohl wird ein erster wissenschaftlich – arteologischer Theorieansatz diese grabungsprotokollare Fundbeschreibung abschliessend ergänzen.

 

Objekt 4 wurde am AHDP 1 am 12. August 2012 gefunden.

Es handelt sich dabei um ein helles, münzgroßes, kreisrundes Flachmetallstück, mit kleinzackiger Aufrandung; inseitigem, anorganisch beschichtetem Boden und außenseitiger, symbolistischer Beschriftung.

Der beschriftete Flächenteil wird zur einfacheren Differenzierung fürderhin als „Außenseite“ bezeichnet und der von der kleinzackigen Aufrandung umschlossene Rundbereich als „Innenseite“.

Der Außendurchmesser dieses blechartigen Flachmetallgebildes beträgt 2,50 cm. Die kleinzackige Aufrandung belegt auf Grund ihrer strengen Regelmäßigkeit einen durchaus vorhandenen Ansatz zu einer industrialisierten Fertigungstechnik, welche vermuteter weise auch für eine Fertigung von größeren Stückzahlen dieser Objekte geeignet war. Die Zackenanzahl beträgt 21. Die gesamte Randhöhe 0,70 cm oder auch 7 mm. Der komplette Rand scheint farblich unbehandelt zu sein und lediglich eine Art von Polierung erhalten zu haben. Die kreisrunde Fläche der Außenseite wurde mit weißer Farbe (anorganisch) grundiert, lediglich am Außenrand ist diese Fläche von einem farblosen, metallisch glänzenden Ring in der Stärke von 0,07 cm unterbrochen, wobei auch hier wiederum der Abstand zur äußersten, weißen Farbgrenze 0,07 cm beträgt.

Die weiße Fläche wird von einer dreigeteilten Text-Symbol-Struktur geprägt, wobei in der obersten „Zeile“ ein kronenartiges, in Gold uns Blau gehaltenes Symbol aus fünf Zacken oder Zinnen, mit einer Gesamthöhe von 0,25 cm zu finden ist.

Zeile zwei besteht aus einem Wort, welches aus sechs Schriftzeichen besteht, wobei die Form und Größe des ersten Zeichens darauf schliessen lässt, dass wir es bei diesem Wort sowohl mit Groß- als auch mit Kleinbuchstaben zu tun haben. Es handelt sich um schmuckfreie, serifenlose Zeichen mit einer Korpushöhe von 0,35 cm, einer Oberlänge von 0,20 cm (bei zwei Schriftzeichen vorfindbar, während bei einem dritten nicht ganz klar nachweisbar ist, ob es sich hierbei um einen Punkt oder auch um eine Oberlänge handelt) und einer einmaligen Unterlänge von gleichfalls 0,20 cm. Alle sechs Schriftzeichen sind in der gleichen Farbe gehalten, es dürfte sich – vorab anderer Ergebnisse durch weitere Analysen – dabei um denselben blauen Farbton handeln wie beim Symbol in Zeile eins.

In der Zeile drei steht ebenfalls ein Wortgebilde aus sechs Schriftzeichen. Diese sind jedoch zweifarbig, nach dem Muster und der Vorgabe des Symbols von Zeile eins gehalten – stehen somit wohl in direktem Bezug zum gleichfarbigen Symbol aus Zeile eins – und weisen keinerlei Ober- und/oder Unterlängen auf und sind durch Serifen phrasiert. Der Vergleich von Schriftzeichen Nummer vier mit dem ersten Schriftzeichen der Zeile zwei legt den logischen Schluss nahe, dass es sich hierbei sämtlicherweise um Großbuchstaben handelt. Die Höhe dieser sechs Schriftzeichen beläuft sich auf 0,35 cm. Diametral zum Symbol wird hier als Grundfarbe Blau verwendet und als Akzentuierung das Gold.

Zwischen Zeile zwei und Zeile drei befindet sich eine nach oben hin konvexe Knickung.

Auch auf der Innenseite befindet sich diese Knickung (konkav). Der „Boden“ dieser Innenseite ist mit weißem, anorganischem Material beschichtet und weist an seinen polaren Gegenüberliegungen zweiteilige, symbolhafte Beschriftungen auf (Nummerierungen? Kennzeichnungen?). Der Innendurchmesser am Boden der kleinzackigen Aufrandung beträgt 2,35 cm und der Durchmesser innert des latenten Wölbungskreises 1,80 cm.