Zillertal, Juni - Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 11

Zillertal, Juni – Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 11

Die Internationale Erkundung Zillertal die im Oktober des Jahres 2011 unter der Ägide der „Arbeitsgruppe Zillertal“ die Voraberkundung in Frage kommender arteologischer Forschungsbereiche durchführte, beschloss einstimmig dem Raum SchlittersImming aufgrund seiner geografischen und infrastrukturellen Lage einer detaillierten, fussläufigen Begehung zu unterziehen, um im Ausschlussverfahren jene arteologischen Relevanzpunkte zu definieren, die in weiterer Folge als Grundlage einer arteologischen Expedition in diesem Habitatsraum dienen können.

Der zu untersuchende Gebietsabschnitt erstreckt sich über das ostseitig des Flusses Ziller gelegene Gemeindegebiet der Siedlung Imming, umfasst den ersten Anstieg auf den Bruckerberg mit seinem natürlichen Gebirgsübergang über den Reither Kogel ins östlich gelegene Alpachtal und erstreckt sich westseitig über den Flusslauf des Zillers zum überwiegend parallel fliessenden Leitnerbach bis hin zum Söllbach, der westseitig von einem Fuhrweg begrenzt wird. Dieser Geländeabschnitt – vom Söllbach bis zum Ufer des Zillers liegt gegenwärtig auf dem Gemeindegebiet der Siedlung Schlitters.

grabungsgelaende_haendisch_karte1, dr. arkadasch, arteologieDie Erkundung dieses Gebietes erfolgte in drei Begehungen. Die erste Begehung vom 14. Oktober 2011 umfasste dabei das Gelände westlich des Zillers und startete am Ortsrand der Gemeinde Schlitters. Von dort wurde das Gelände in direkter östlicher Richtung bis zum Leitnerbach begangen und dann diesem entgegen der Fliessrichtung folgend bis zu einem landwirtschaftlichen Nutzgebäude erkundet. Von diesem Wirtschaftsgebäude aus ergibt sich ein Blick in nordöstlicher Richtung, der in seiner direkten Verlängerung am östlichen Ufer des Zillers einer als solcher unlogisch wirkenden Wegbiegung folgt, deren gedachte lineare Fortsetzung zur Gehöftgruppe Imming führt. Dieser Richtung bis zum Ufer des Ziller folgend wurde dort das Ufergelände genauestens erkundet um einerseits die Eingriffe der Verbauung ausschliessen zu können und anderseits Hinweise für eine frühere Furttauglichkeit an dieser Stelle zu erhalten. Die daraus sich ergebenden Anhaltspunkte liessen noch keinen eindeutigen Schluss auf eine dauerhafte Übergangsstelle zu, sodass sich das Erkundungsteam entschloss in einer eigenen Begehung von Imming her diesen Raum am gegenüberliegenden Ufer zu untersuchen. Der weitere Verlauf dieser ersten Begehung führte südlich entlang des Zillers weiter, bis zu einem weiteren landwirtschaftlichen Nutzgebäude und von dort die Felder nach Westen querend über den Leitnerbach zum Söllbach und dort dem Bachlauf folgend zum Ausgangspunkt retour.

Die zweite Begehung am 15. und 16. Oktober 2011 untersuchte den Raum Imming. Dabei wurde zunächst der natürlich sich anbietende Übergang zum Reither Kogel fussläufig erkundet, anschliessend nach Süden entlang der Waldgrenze bis zum Giessenweg die arteologische Sichtung fortgesetzt um dann direkt über die Felder zu jener Wegbiegung zu gelangen, die infrastrukturell aufs erste willkürlich erscheint, doch in weiterer Folge sich als ein natürlicher Verlauf entlang des alten Flussbettes des Zillers erwies. Dies zeigt sich auch geländemässig durch einen kleinen Bachlauf, der gleichzeitig als Flurgrenze für die gegenwärtige Landwirtschaft aufscheint. Nach einer weiteren über wenige Dutzend Meter nach Norden hin verlaufenden Begehung, die lediglich Spuren der Urbarmachung und der Flusslaufbegradigung aufwies, wurde diese zweite Begehung zum Ausgangspunkt in Imming zurückgeführt.

Am 17.Oktober wurde in einer dritten Begehung der Uferabschnitt beidseitig des Zillers an der bereits in der ersten Begehung ausgewiesenen Stelle eingehend einer Vorabanalyse unterzogen. Dabei konnten am Ostufer, insbesondere in einer Gebüschgruppe mit künstlichen Aufschüttungen, die aber im Kern eine natürlich gewachsene Basis vorweist, mehrere Anzeichen einer vergangenen und dauerhaft benützten Übergangsstelle verifiziert werden.

Unter Bedachtnahme, dass sich hier am Eingang des Zillertales die Pfade vom Tuxerjoch zum Inntal, aber auch vom Übergang über den Reither Kogel kreuzen, bzw. in weiterer Folge mit dem natürlichen Wegeverlauf im Inntal treffen, wurde nach kurzer Beratung der einhellige Beschluss gefasst, in diesem Geländeabschnitt für das Jahr 2012 eine arteologische Expedition zu planen.