Zillertal, Juni – Oktober 2012, Ausgrabungsprotokoll 15
Die Geländeanalysen welche als erster Schritt im Juni 2012 links- und rechtseitig des Zillers mittels Sondierungsgrabungen durchgeführt wurden, bestätigten die Annahmen der Erkundungsexpedition vom Jahr 2011 sowie die daraus abgeleiteten arteologischen Schlussfolgerungen. Sowohl südwestlich von Imming, im Bereich wo die Imming Strasse entgegen dem Lauf des Zillers sich entlang des Uferbereiches fortsetzt, als auch am gegenüberliegenden Ufer wurden unter der Humusschicht trassenartige Verlaufsspuren entdeckt, die in ihrer Richtung jeweils zur angenommenen Furtstelle wiesen.
Auf Grund dieser Indizien entschloss sich das Expeditionsteam um Dr. Arkadasch Dag einen Behelfssteg über den Ziller zu errichten, um auf diese Weise die aufwändigen Umfahrungen bis zu passierbaren Brücken zumindest für die fussläufigen Arbeitsschritte zu vermeiden. Diesen Behelfssteg errichtete das Österreichische Bundesheer in einem Assistenzeinsatz, wobei die Mittelgestellung und die Finanzierung aus einem ausserordentlcihen Budgetansatz des Expeditionsetats erfolgten. Die Erbauung dieser Fussgängerbrücke dauerte inklusive des behördlichen Bewilligungsverfahrens durch die Infrastrukturabteilung der Bezirkshauptmannschaft Schwaz sowie der Baubewilligung durch die Gemeinderäte von Schlitters und Bruck im Zilertal lediglich drei Wochen. Die feierliche Eröffnung dieser Brücke erfolgte am 14. Juli 2012 mit einem Festakt, bei dem der Pfarrer von Schlitters die Brücke einweihte und die örtliche Schützenkompanie den Ehrensalut schoss.
Das Expeditionsteam nützte diese Gelegenheit in Zusammenarbeit mit Mag. Benedikt Eberharter, Landesrat für Tourismus und Fremdenverkehr, um im Rahmen eines kleinen Volksfestes den persönlichen Kontakt zur lokalen Bevölkerung zu vertiefen und gleichzeitig den vertraglichen Verpflichtungen für eine populärwissenschaftliche und tourismusförderliche Kollaboration zu entsprechen. So wurden am ostseitigen Ufer ein Festzelt errichtet, Bänke und Tische für die teilnehmende Bevölkerung aufgestellt und ein Podest mit Fahnenstangen errichtet um dergestalt den festlichen Charakter dieses Ereignisses zu betonen. Die Fahnen der beiden Gemeinden, die Tiroler Flagge und die Fahne der Republik Türkei schmückten das Podium, von welchem die Festredner ihre Ansprachen hielten. Neben den beiden Bürgermeistern der Gemeinden Schlitters und Bruck im Zillertal, sprachen Mag Bendikt Eberharter, Dr. Ersan Guyven als Abgesandter des Botschafters der Republik Türkei in Österreich, Oberstleutnant Erwin Fankhauser vom Österreichischen Bundesheer, sowie Dr. Arkadasch Dag. Die offizielle Einweihung und christlich-katholische Segnung der Brücke erfolgte als abschliessender Höhepunkt dieses offiziellen Feieraktes durch den Pfarrer von Schlitters.
Anschliessend gab die Musikkapelle Schlitters ein Konzert und mit dem Bieranstich durch Dr. Arkadasch Dag wurde das Volksfest für die Gäste freigegeben. Das Österreichische Bundesheer versorgte die Festteilnehmer mit Gratisgulasch aus der Feldküche und das Expeditionsteam um Dr. Arkadasch servierte gegrillte Anatolische Spiesse mit Salat und Fladenbrot. Bei herrlichem Sommerwetter dauerte dieses Fest bis in die späten Abendstunden, wobei nicht verabsäumt wurde die eingeborenen Hilfskräfte entsprechend vorzustellen und zu würdigen, sowie den Dank an die beteiligten Kräfte des Österreichischen Bundesheers und die Vertreter der Verwaltungsbehörden auszusprechen.
Die mediale Begleitung dieser Brückeneröffnung durch die Tiroler Tageszeitung und den ORF Tirol (Österreichischer Rundfunk, Landesstelle Tirol), sowie durch lokale, wöchentlich erscheinende Zeitungen resultierte in einer steten Nutzung dieses Fussgängerübergangs durch Wanderer und Einheimische, der bis zum Ende der Expedition im Oktober anhielt und kurzzeitig zur Überlegung führte, diese Fussgängerbrücke auch fürderhin für Wanderouten zu nützen. Aufgrund des behördlichen Bewilligungsverfahrens und des geltenden Landschaftsnutzungsplanes musste diese Behelfsbrücke jedoch bis Ende Oktober 2012 wieder abgebaut werden. Die Demontage durch eine Einheit des Österreichischen Bundesheeres wurde innerhalb eines einzigen Tages vollzogen, einhergehend mit den Flurbereinigungsmassnahmen durch die eingeborenen Hilfskräfte.