Inntal, Juni – August 1982, Ausgrabungsprotokoll 13
Mit den ersten Funden schwand die trotz aller Versuche einer Einbindung der lokalen Bevölkerung immer noch vorhandene Ablehnung dieser arteologischen Grabungsarbeiten merklich. Man darf, besonders von einem heutigen Verständnis eines wissenschaftlichen Ansatzes aus gesehen, nicht vergessen, dass jegliche Forschende, welche nicht zu einer originär verwurzelten Population einer bearbeiteten lokalen Verortung in irgendeinem Angehörigenbezug stehen, als ausschliesslich fremde und daher nicht zugehörende Personen wahrgenommen werden, welchen jeglicher tieferer Einblick in historische und/oder traditionell gewachsene basalstrukturelle Grundlagen fehlt.
Es ist daher durchaus als eine glückliche Fügung zu verstehen, dass die ersten relevanten Fundstücke von einem einheimischen Grabungshilfsarbeiter gefunden wurden. Dass es sich dabei um einen Mann handelt, entspricht durchaus dem soziotiven Eigenverständnis des tirolerischen, geschlechtsspezifischen Bildes.
Die Zusammenarbeit verlief ab nun friktionsfreier und selbst vereinzelte Übergriffe in Form von Missachtung der Einzäunungen reduzierten sich auf ein typisch Jugendlichen zuschreibbares Ausmass von pubertären Verbotsüberschreitungen.
Dr. Arkadasch veranstaltete sogar mit einheimischen Honoratioren, Schullehrern, kultischen Würdenträgern und Medienvertretern eine kurze Führung über das Grabungsgelände.
Das Gesamte Grabungsgelände ist durch einen aufgeschotterten Zufahrtsweg zweigeteilt und erstreckt sich auf einer NNW-lichen Achse. Die Zufahrt erfolgt sackgassenartig aus SSO-licher Richtung. Vor der beginnenden Einzäunung des nordöstlich der Zufahrtsstrasse gelegenen Grabungsgeländes (vereinfacht ab nun HGG 1 – Hauptgrabungsgebiet 1 – genannt) befindet sich der Autoabstellplatz mit Parkierungsmöglichkeiten für bis zu 12 PKW.
Im HGG 1 befinden sich (sh. Abbildung, schraffierte Flächen) die AHDP 1 bis AHDP 3, während sich das größte AHDP (AHDP 4) im Hauptgrabungsgebiet 2 (HGG 2) befindet. Es besteht zwischen den beiden HGGs keine direkte Wegverbindung, sonders beide HGGs können offiziell lediglich über ein Einfahrtstor über den Zufahrtsweg betreten werden. Südöstlich der beiden eingezäunten Grabungsgebiete fliesst ein kleines Gewässer, welches aber, laut Auskunft von Einheimischen, durchaus als ganzjährig wasserführend beschrieben wird. Jenseits dieses Gewässers befindet sich eine asphaltierte, zweispurige Strasse welche als Zubringer aber auch Verbindungsweg der umstehenden gewerblichen Verbauungen als auch privaten Behausungen in ganzjähriger Verwendung steht. An dieser zweispurigen Strasse liegt bei einer nach Südosten verlaufenden Abzweigung das wissenschaftliche Camp des Teams „Inntal“ welches hier in den Räumen einer ehemaligen Weberei und Näherei seine Bleibe gefunden hat (sh. Ausgrabungsprotokoll 1, Absatz 2). Das Team kann mittlerweile über einen provisorisch angelegten, geländerlosen Steg und einen Fusspfad das HGG 2 erreichen und dort über eine in die Umzäunung nachträglich eingelassene Pforte diesen Bereich fussläufig in wenigen Minuten erreichen.
Die Gebäude des Camps verfügen sämtlich über Strom- und Wasseranschlüsse und können zentral über eine Heizungsanlage mit Wärme (Zentralheizungssystem) und Warmwasser versorgt werden. Vorsorglich befinden sich in der Grundausrüstung des Teams zwei separate Notstromaggregate um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.