Die Arteologische Ausgrabung „Stubaital“, Juli bis Oktober 1985,  Stubaital, Juli – Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 1

Die Arteologische Ausgrabung „Stubaital“, Juli bis Oktober 1985, Stubaital, Juli – Oktober 1985, Ausgrabungsprotokoll 1

Mit den Erfolgen der beiden bisherigen arteologischen Ausgrabungen im Inntal (1982) und im Wipptal (1984) manifestierte sich in Nordtirol und auch in der republik Österreich ein generell positives Klima im Hinblick auf die arteologische Wissenschaft als solche und die daraus resultierenden Ergebnisse. Auch wenn es noch zu keinen abschliessenden Befundungen kommen kann, so zeitigten dennoch die Fundstücke, Artefakte und auch die humanoiden Funde der beiden bisherigen Grabungen eine klare Tendenz zu einer sowohl soziokulturellen als auch bevölkerungstechnisch transalen Spezifikationslosigkeit, welche sowohl im genetischen Gesamtverbund als auch im manipulativ nachweisbaren Bearbeitungs- und Bewirtschaftungsraum dieser wichtigen Nord-Südverbindung über den Brennerpass und das Unterinntal nach Bayern arteologisch nachweisbar sind.

Für die ansässige, eingeborene Bevölkerung freilich waren und sind die beiden humanoiden Funde des „Innti“ und des „Wippi“ die herausragenden und für das Interesse sinnstiftenden Elemente, die uns – abseits jedes populärwissenschaftlichen Erziehungs- und Lehrauftrages – in weiterer Folge jene mediale Aufmerksamkeit garantieren, welche der arteologischen Forschung insgesamt die Erarbeitung der finanziellen als auch personellen und institutionalisierten Infrastrukturen wesentlich erleichtert. Als Beispiel sei hier nur die Gründung der TAV (Tiroler Arteologischen Vereinigung e.V.) aus dem Jahre 1984 erwähnt, welche als lokal vernetzte Gruppe von interessierten Laien unsere Arbeit mit Interesse verfolgte und – Dank ihrer hervorragenden Beziehungen zu den politisch Verantwortlichen des Bundeslandes Tirol – im Rahmen ihrer Möglichkeiten förderte.

fundstelle stubaital, telfes, 1985, arteologie, dr. arkadaschDieser erhöhten Aufmerksamkeit gegenüber arteologischen Belangen ist es zu verdanken, dass bei Strassenausbesserungsarbeiten im Gemeindegebiet von Telfes, Stubaital, durch den zufällig anwesenden, pensionierten Gemeindearzt – einem persönlich Bekannten unseres Expeditionsarztes Dr. Armin Lengauer – ein Baustopp verfügt wurde, als bei Vorarbeiten zur Planierung der Strassendammbefestigung keramoide Scherbstücke auftauchten, welche in ihrer Form und Farbe nicht dem üblichen Bruch von im Bauschutt befindlichen ortstypischen Dachziegeln und Mauerziegeln entsprachen. Die umgehende, vorsorgliche Absperrung dieses Gebietes und die gleichzeitige Verständigung des archäologischen Institutes der Universität Innsbruck gingen zwar mit erwartungsvollsten Spekulationen seitens der lokalen Medien einher, sicherten aber eine erste archäologische Befundaufnahme dieser Stücke und führten zu einer offiziellen Anfrage und Einladung durch die administrative Leitung des Landes Tirols an das Arteologische Institut der Freien Universität Izmir, diese Fundstelle zeitnah (wenn möglich vor den einsetzenden ersten Bodenfrösten des Winters 1985) zu begutachten und arteologisch zu untersuchen. Da in der Landeshauptstadt Innsbruck nach wie vor die arteologische Zentralstelle für die Ausgrabung im „Wipptal“ ihrer wissenschaftlichen Nachbearbeitung der Artefakte und Fundstücke der Ausgrabung „Wipptal“ (und auch vereinzelter Stücke aus der Grabung „Inntal“) im Verein mit der Universität Innsbruck oblag, konnte in kürzester Zeit erneut ein Einvernehmen mit Dr. Arkadasch und seinem bewährten Team von 1984 erzielt werden, sodass bereits mit 10. Juli 1985 ein Vorabteam von arteologischen Experten mit den notwendigen Vorarbeiten für Sondierungsgrabungen vor Ort betraut werden konnte.