Lechtal, Juli – September 1992, Ausgrabungsprotokoll 23

Lechtal, Juli – September 1992, Ausgrabungsprotokoll 23

Die interdisziplinäre Wissenschaftlichkeit ist für jede basale Forschung und darüber hinaus von wesentlichster Bedeutung. Selbst die arteologische Expedition als solche ist auf verschiedenste Experten angewiesen, um dauerhaft von Erfolg gekrönt zu sein. Oftmals sind es sogar die sogenannten Nebenprodukte, welche dauerhaft zu einem eigenständigen wirtschaftlichen oder auch wissenschaftlichen Erfolge führen, wie zum Beispiel die Entdeckung der Radioaktivität und die daraus resultierende Röntgenologie, oder auch das Nylon, diese Perle (oder auch Fluch, wie mancherorts in vermüllten Gegenden feststellbar ist) der Weltraumforschung.

So umfasst das arteologische Team von Dr. Arkadasch neben rein arteologischen Wissenschaftlern und Studenten auch Experten anderer, nicht einmal ansatzweise mit der Arteologie verwandten scientiven Gebieten, ohne die eine gedeihliche wissenschaftlich-arteologische Arbeit vor Ort undenkbar wäre.

An dieser Stelle sei insbesondere mit grossem Dank folgender Personen und ihrer unschätzbaren Arbeit gedacht:

dr. armin lengauer, dr. arkadasch, arteologieDr. Armin Lengauer, unserem Expeditionsarzt, der an allen Expeditionen nach Nordtirol aktiv teilnahm und neben der gesundheitlichen Vorsorge unseres Grabungsteams und der ärztlichen Betreuung der jeweiligen eingeborenen Hilfsgrabungskräfte auch tatkräftig bei den Grabungen und hier wieder besonders bei der Bergung und Sicherung der humanoiden Funde stets an vorderster Front aktiv mithalf. Ein ganz besonderer Dank gebührt ihm auch für die Einbringung verschiedenster Kontakte zu pathologischen und/oder forensischen Instituten – wie beispielsweise seine Kontaktierung von Frau Dr. Olga Suskova vom Pathologisch-forensischen Institut der Universität Moskau – welche oft auf kürzestem Wege, jenseits von aufwändigen administrativen Verfahren zu grossem wissenschaftlichen Nutzen und Erfolgen führten.

herwig angerer, dr. arkadasch, arteologieEbenso sei Herrn Herwig Angerer, einem weltmännisch gebildeten Fotografenmeister und begnadetem Aquarellisten gedankt, der unermüdlich und häufig unter erschwerten Unbilden der Witterung mit Akribie und Akkuratesse trotzte und sich letztverantwortlich für die picturale Aufarbeitung der Expeditionsergebnisse zuständig zeigt. Neben seiner bilddokumentarischen Arbeit sei besonders auf sein Geschick im Umgang mit den administrativ und politisch verantwortlichen Stellen in Nordtirol hingewiesen und auf sein Wissen um die Wichtigkeit von Netzwerkbeziehungen, ohne welche in einem derartig versteckt hierarchisch gestalteten gesellschaftlichem Umfeld, viele arteologische Notwendigkeiten zum Scheitern verurteilt gewesen wären.

mag. peter stolz, dr. arkadasch, arteologieDer Acrylglacialiker Mag. Peter Stolz, ein kunstsinniger Feingeist von umfassender Bildung gilt nicht nur in musealpräparatorischen Kreisen als ausgesuchter Fachmann auf seinem Gebiet. Seine diesbezüglichen Arbeiten gelten als fundamentale Errungenschaften in der Aufbereitung von Schaustücken und Fundkopien. Ohne sein Fachwissen und seine ansteckende Begeisterung für die Lösung von scheinbar unbewältigbaren Problemen in der Sicherung und Erhaltung der humanoiden Fundstücke, wäre so manches Exponat nicht der Nachwelt erhalten geblieben. Dass er dabei stets den wissenschaftlichen Ansprüchen vor der reinen ästhetischen Darstellung unaufgefordert den Vorzug gibt, gibt Zeugnis von seinen dem gemeinsamen Gesamtziel eingefügten Selbstverständnis im Bezug auf seine herausragenden Arbeiten.

Es ist auch insbesonders diesen drei Männern zu verdanken, dass der Bergungscontainer, welcher für die Erstaufnahme von humanoiden Funden speziell gefertigt wurde, eine stetige Verbesserung und, angepasst an die jeweiligen klimatischen Bedingungen der Fundstelle, Adaptierung erfuhr. Mittlerweile gehört ein derartiger Bergungscontainer bei den meisten archäologischen und arteologischen Expeditionen zur Grundausrüstung.