Pitztal, Juli – Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 1
Die Arteologische Ausgrabung „Pitztal“, Juli bis Oktober 1999
Pitztal, Juli – Oktober 1999, Ausgrabungsprotokoll 1
Mit der zweiten fussläufigen Erkundungsexpedition im Jahr 1989 wurde in den Sommermonaten durch Dr. Arkadasch Dag mit Team das dem Kaunertal nach Osten hin benachbarte Paralleltal – das Pitztal – in einer mehrwöchigen Beforschung auf seine arteologische Relevanz erkundet (vgl hiezu: Lechtal, Juli – September 1992, Ausgrabungsprotokoll 4 bis 6). In seiner geografischen Lage bildet das Pitztal ein nach Süden hin aufsteigendes Seitental des Inntals (Haupttal Nordtirols), dessen infrastruktureller Eingang heute gegenüber der Ortschaft Karrösten (diese befindet sich 48 km Luftlinie östlich von Innsbruck) liegt, während das Hauptgewässer dieser Talschaft, die Pitze oder auch Pitztaler Ache etwa einen Kilometer östlich dieser Strassenführung in den Inn mündet und dabei an der ersten Ortschaft des Pitztales, der Gemeinde Arzl, im Osten vorbeifliesst. Diese Besiedelungsvariante entspricht einer gewachsenen und auch verkehrstechnisch bedingten Nutzung der dem grundlegend alpinen Gelände entsprechenden Möglichkeiten und den daraus abgeleiteten Trassierungen der jeweiligen Verkehrswege. Dies wird vornehmlich dadurch bedingt, als die Pitze in ihrem unteren Verlauf zur Mündung in den Inn hin, eine circa 100 m tiefe Schlucht bildet, die sich klammartig ausgebildet hat.
Die kleinstrukturierten Ortschaften Arzl, Wald, Wenns und Jerzens befinden sich oberhalb dieser Klamm in einer typischen Mitelgebirgslandschaft.
An der Basis des Venet-Gebirgsstocks mit seiner Ortschaft Wenns befindet sich ein noch heute rege verwendeter Übergang über die Pillerhöhe zum westlich benachbarten Kaunertal. Im Volksmund wird dieses Gebiet auch als der Wenner Schmalzkessel (Schmalz = Butterfett) benannt.
Der Venet-Gebirgsstock liegt am nördlichen Ende des Kaunergrats und erstreckt sich über circa 15 km zwischen Landeck und Imsterberg (Inntal). Der Inn durchfliesst dieses Gebiet in einer 80° Biegung und begrenzt somit den Venet inntalseitig sowohl im Norden, als auch im Nordwesten und Süden. Das Pillertal bildet im Osten und Südosten seine natürliche Grenze. Der Hauptgipfel dieses Gebirgsstocks liegt östlich von Landeck (7 km Luftlinie).
Ab der Gemeinde Jerzens wird das Tal zunehmend enger und ab da von den Einheimischen als Innerpitztal bezeichnet. Das Kaunergrat bildet dabei auf eine Länge von etwa 30 km die Grenze zum Kaunertal, während der Geigenkamm im Osten das Pitztal hier zum nahzu parallel verlaufenden Ötztal abgrenzt. Bis zum Fuss der zu den Ötztaler Alpen gehörenden Widspitze steigt das Tal hier gleichmässig an. Im Ortsteil Mittelberg der Gemeinde Sankt Leonhard teilt sich das Tal in das Mittelberg- und in das Taschachtal.
Geologisch betrachtet ist der Venet-Gebirgsstock eine von seiner alpinen Umgebung stark unterschiedliche Gebirgsformation. Sie gehört zur Landecker Quarzphyllitzone, einer Gesteins- und Bodenart, welche überwiegend aus Tonglimmerschiefern (quarzhaltig), dem Phyllit, besteht, der sich durch Erosion und klimatische Einwirkungen (Frost) in kleinste Plättchen aufsplittert. Dies bedingt auch jenes charakteristische Erscheinungsbild, welches den Venet-Gebirgsstock vom Kaunergrat im Süden, dem Geigenkamm im Osten und den Lechtaler Alpen im Nordwesten deutlich abhebt. Bedingt durch die von Eiszeitgletschern rund geschliffenen Oberflächen treten kaum ausgeprägte Felsstrukturen zutage und bilden so relativ gut nutzbare landwirtschaftliche Flächen für eine alpine Alm- und Forstbewirtschaftung.
Das Pitztal bildet zusammen mit dem Ötztal, dem Kaunertal und dem Oberen Gericht (Teil des Inntals) aufgrund der relativen Niederschlagsarmut ein inneralpines Trockental und gehört zu den niederschlagsärmsten Gebieten Nordtirols. Dabei bildet der Alpenhauptkamm im Süden des inneren Pitztales eine natürliche Wetterbarriere gegen die aus südlicher Richtung strömenden Luftmassen. Gegen Norden schirmen die Nördlichen Kalkalpen das Pitztal vor den atlantischen Luftmassen ab